Geschichte der Kirche St. Martin in Pfeffingen
Entstehung der Martinskirche
Die erstmals 1322 erwähnte Kirche mit Martinspatrozinium geht auf Vorgängerbauten aus dem 7./8. und dem 12. Jahrhundert zurück. Der bestehende Bau wurde vor 1343 begonnen und im 17. Jahrhundert umgebaut. Die Kirche, wie sie heute in Ihrer äusseren Form erscheint, wurde 1343 von Bischof Johann Senn von Münsingen eingeweiht.
Ausgrabungen belegen, dass die frühkarolingische Kirche eine Grösse von etwa 6 auf 6 Meter hatte. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde eine romanische Kirche errichtet. Nur kurz danach erfolgte ein dritter Bau, während in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die heute noch bestehende gotische Kirche errichtet wurde, was den Abbruch der romani- schen Kirche nach sich zog. 1322 stiftete Graf Rudolf von Thierstein dafür einen Marienaltar.
Die Familie von Thierstein benutzte den Chor der neuen Kirche als Familiengrabstätte. Nach einer ungewöhnlich langen Bauzeit wurde diese gotische Kirche 1343 eingeweiht.
1949-1952
In den 1950er Jahren wurde die Martinskirche umfassend saniert. Bei der Restaurierung in den 1950er-Jahren wurden noch Malereien aus dem 14. Jahrhundert entdeckt.
In den Jahren 1949 – 1955 wurde der Kirchenraum von Architekt Josef Steiner erneuert und erhielt seine heutige, schlicht–moderne Innenraumgestaltung. Albert Schilling entwarf den Altar, den Taufstein und die Kanzel, während Isabel Siedler-Winterhalder den Tabernakel, den Ewiglicht-Ständer und die Altarleuchter schuf.
heute
Knapp 70 Jahre nach der letzten Restaurierung steht wiederum eine vollständige Innen- und Aussensanierung der denkmalgeschützten Kirche an. Nicht nur der Kirchenraum, sondern auch die Haustechnik, die Fassade, das Dach, die Decke, die Beleuchtung, Mobiliar und vor allem die Statik des Dachstuhls offenkundig bedürfen einer vertieften Aufmerksamkeit.
Die gesamte Infrastruktur soll modernisiert (Strom, Licht, Heizung usw.), der Energieverbrauch möglichst minimiert und die barrierefreie Zugänglichkeit ermöglicht werden. Ausserdem soll der Innenraum so angepasst werden, dass er verschieden genutzt werden kann und neben dem Hauptzweck als Gottesdienstort auch für kulturelle Anlässe zur Verfügung steht.
Der Handlungsbedarf ist dabei dringlich. So kann der lokal verfaulte Dachstuhl die Statik nicht mehr gewährleisten. Die Sicherheit ist auch an anderen Stellen nicht mehr garantiert. Die Installationen sind veraltet und der Innenraum mit Asbest und ungeeigneten Holzschutzmitteln belastet. Die Kirchturmtechnik ist veraltet und zum Teil verrostet, und bei den Fenstern bildet sich Kondenswasser zwischen der Kunst- und Schutzverglasung. Die Gebäudehülle ist durch aufsteigende Feuchtigkeit gefährdet, und die vorhandene Wärmedämmung ist ungenügend, zum Teil sogar wirkungslos.
Quellen: inländische Mission 2/2024; Projektübersicht FNP Architekten
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